Unter dem Motto „Boss-Napping! Zeit für Ent-Führung“ fand vor dem Hotel Adlon eine Demonstration gegen neoliberale Wirtschaftspolitik statt. An der Demonstration beteiligte sich unter Anderem die Humboldt-Universität mit einem eigenem Demonstrationszug. Bereits nach wenigen hundert Metern löste sich die Demonstration in verschiedene lautstarke Gruppen auf, die in Richtung des weiträumig abgesperrten Hotel Adlon gingen.
Ziel der Aktionen war eine symbolische - oder auch nicht symbolische – Stürmung des Hotels, oder auch eine Blockade des Treffens, der sogenannten Führungskräfte. An der Demonstration beteiligten sich zeitweise bis zu 1500 Menschen, darunter viele hundert Student_Innen.
Die Gruppen wurden durch massiven Polizeieinsatz auch mit Pfefferspray gestört. Es bildeten sich zwei Hauptgruppen, von denen eine den Vordereingang blockierte, und einer weiteren Gruppe, welche sich nach einem Katz-und-Maus Spiel mit der Polizei am Hintereingang sammeln konnte.
Dort konnten gegen 17:45 Uhr 15 Aktivist_Innen in das Adlon eindringen. Bei dieser Aktion gab es insgesamt mindestens acht Festnahmen.
Etwa zeitgleich versammelte sich eine große Gruppe am Brandenburger Tor und wurde durch massiven Gewalteinsatz der Einsatzkräfte am Betreten des Pariser Platzes gehindert.
Gegen 18:00 Uhr konnten etwa 800 Menschen direkt vor das Adlon dringen, welches jedoch selbst nicht erobert werden konnte, stattdessen drangen nach einigen Auseinandersetzungen etwa 60 Menschen in das benachbarte Haus, ein Gebäude der Akademie der Künste am Pariser Platz. Die Besetzer_Innen konnten das Gebäude wieder ohne die Aufnahme von Personalien verlassen.
Der Verkehr um das Adlon und unter den Linden kam zeitweise zum erliegen und wurde auch bei Auflösung der Demonstration immer wieder gestört. Eine Vielzahl an Demonstrant_Innen zogen unkontrolliert in die Humbolt-Universität zurück, welche kurzzeitig von der Polizei abgeriegelt worden ist. Die Universitätsleitung verbreitet die Darstellung, dass sie mit der Sperrung der HU durch die Polizei nichts zu tun hat.
Wenig später wurde die Blockade der HU wieder aufgehoben. Weitere Meldungen dazu in Kurzform (Berichte einzelner Augenzeugen):
*** Einige Aktivist_Innen konnten sich in Anzügen gekleidet am Nachmittag in das Adlon begeben.
*** 3 Verletzte bei Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften direkt am Brandenburger Tor
*** Zwei Neuwagen und zwei Gebrauchtwagen angeblich aus Tiefgarage entwendet (unbestätigt)
*** Am Vordereingang des Adlon 3 Festnahmen sicher beobachte
Für den morgigen Tag (21.11.) sind weitere spontane Aktionen geplant.
Wir solidarisieren uns mit allen besetzten Universitäten weltweit und allen anderen Formen von Protest gegen die herrschenden Zustände im Bildungs- und Sozialsystem.
http://de.indymedia.org/2009/11/266546.shtml
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3 Comments
1 gast #17 wrote:
frage1: was hat irgendein wirtschaftskonvent mit anwesenheitskontrollen in unis zu tun?
frage2: wer ist eskaliert? - die 800 autonomen, die unangekündigt und unvermittelt in gebäude eindringen oder die paar armen polizisten, die aufn freitag nachmittag zu gewaltanwendung gezwungen werden (ja - auch die damen und herren turisten im adlon schätzen es nicht wenn der hausfrieden gebrochen wird).
leute, kommt auf den boden der tatsachen zurück. das hier ist kein kindergarten, wo man einfach mal scheibe spielen kann, und das adlon ist nicht das spielparadies bei ikea. es wäre doch ganz nett, wenn ihr euch so verhalten könntet, dass die studierendenschaft sich über ihr bild in der gesellschaft nicht schämen muss.
seit froh, dass es nur 3 festnahmen gegeben hat und ihr eure personalien für euch behalten konntet - in was für einem bequemen, liberalen staat wir doch leben.
in diesem sinne - alles gute!
2 Teo wrote:
Zu Frage 1: Es geht uns nicht nur um Anwesenheitskontrollen. Bitte informier dich.
Zu Frage 2: Bitte lies den Artikel.
3 gast #17 wrote:
zur antwort frage 1: mach dir da mal keine sorgen - ich bin informiert - dann formulier ich das mal allgemeiner - was hat weltpolitisches/systemkritik mit unserer situation im speziellen zu tun?
zur antwort frage 2: bitte komm auf den boden der tatsachen zurück. ich hoffe du verstehst, dass ich auch deswegen an der uni bin, weil ich es gelernt habe nicht jedem populisten zu glauben.
mfG - und viel erfolg euch!