Am 11. November 2009 besetzten Studenten und Studentinnen das Audimax der Humbolt–Universität zu Berlin. Seitdem nutzen sie den Raum um ihre Forderungen zu erarbeiten und um ihren Protest zu organisieren. Es haben sich Arbeitsgemeinschaften gebildet, die jeden Abend in einer Plenarsitzung ihre Ergebnisse zur Diskussion stellen. Das Audimax wird aber auch genutzt, um in laufenden Vorlesungen auf den Bildungsstreik aufmerksam zu machen, zuletzt mit einer Protestinszenierung von Dasniya (29). Die Gaststudentin und darstellende Künstlerin seilte sich während einer Juravorlesung in einer dreistündigen Performance über die Köpfe der Studierenden ab. “Unter anderem möchte ich die StudentInnen ansprechen, die den Protest nie begonnen oder bereits abgestempelt haben. Und diejenigen, die von schleppenden Forderung nach Abschaffung der Anwesenheitskontrollen genervt sind, ..oder abgeschreckt sind von skandierten Forderungsparolen. Deshalb habe ich eine körperliche, assoziative Protestform gewählt, die im normalen Bildungsalltag stattfindet. So werden irritierende Unterrichtsmomente geschaffen, wie eben dieser ‘unstudierbare Studienplatz’ in der Luft.”
Die Reaktionen der SeminarteilnehmerInnen sind verschieden. Der aussichtslose Versuch von der Decke hängend eine Vorlesung mitzuschreiben wird mit Zwischenapplaus und unsicheren Blicken kommentiert. In der Pause noch ein Wortwechsel zwischen der Akteurin und dem Professor, sowie stündlich eine Scheibe Tostbrot für die Hängengebliebene des deutschen Bildungssystems.
Text: Jonas Braun
![]() |
| From Bildungsabhänge |
Random Posts:
- Video-Mitschnitt vom Bildungsgipfel am 16.12.
- Presseecho 18.11.09
- FU soll gräumt werden! Jetzt hinfahren! 10.02., 22:11
- Weihnachten im besetzten Hörsaal
- Studentische Vollversammlung im Audimax
Popularity: 2% [?]


2 Comments
1 SK wrote:
Freut mich ja, dass man sich auch noch damit rühmt, uns keine normale Vorlesung zu gönnen... Ich finde es ehrlich gesagt affig, auf der einen Seite Solidarität zu fordern, und auf der anderen Seite denen, die am meisten unter der Audimax-Besetzung leiden (nämlich die Juristen, die fast alles dort drin haben), nicht mal dann eine normale Vorlesung zu erlauben, wenn sogar das Plenum dafür gestimmt hat, uns ausnahmsweise diese Vorlesung dort zu gestatten, weil kein anderer passender Raum zur Verfügung steht... Und dann kommen wir kaum vorwärts weil die Vorlesung andauernd durch ein Schmierentheater unterbrochen wird... DAS ist Solidarität? Also dann braucht ihr euch nicht wundern warum ihr unter den Juristen so wenig Anhänger habt...
2 admin wrote:
@SK: Es geht nun mal nicht darum einen 'normalen' Bildungsbetrieb aufrecht zu erhalten, sondern darum ihn zu stören um damit auf die großen Schwierigkeiten der heutigen Bildungspolitik aufmerksam zu machen. Wenn Du erwartest, dass doch bitte alles so läuft wie immer, verlangst Du das sich nichts ändert!
Meiner Meinung sollte man damit aufhören zu verlangen, dass sich die Besetzer 'so und so' verhalten sollen damit einige Gruppen sie mehr unterstützen. JedeR der unterstützen will, der kann dies auch jetzt einbringen und somit auch etwas an der Besetzung ändern.