Thüringer Studierende müssen ab dem kommenden Sommersemester keine Verwaltungskostenbeträge mehr bezahlen. Das hat der Landtag am Donnerstag beschlossen. Damit fällt für die Studierenden die Gebühr von 50 Euro pro Semester weg.
Durch die Gebühren kam jährlich eine Summe von etwa 4,8 Millionen Euro zusammen. Die Hälfte davon erhielten die Hochschulen, der Rest floss in den Landeshaushalt. Das Land will den Hochschulen die wegfallenden Einnahmen von 2,4 Millionen Euro jedoch erstatten. Wissenschaftsminister Christoph Matschie sagte, mit der Streichung der Gebühr habe die Landesregierung eine Ankündigung des Koalitionsvertrages umgesetzt. Die Beiträge seien von vielen als Einstieg in Studiengebühren verstanden worden. Die jetzige Abschaffung sei deshalb ein Signal, dass Studierenden in Thüringen an dieser Stelle keine Kosten entstehen.
Durch die Streichung der Gebühr erhofft sich die Regierung auch, neue Studierende für den Freistaat zu gewinnen. Der Verwaltungskostenbeitrag war erst in der vorigen Legislaturperiode von der damals noch allein regierenden CDU eingeführt worden.
Verbot von Studiengebühren kein Thema
Auch über generelle Studiengebühren in Thüringen wurde in der Landtagssitzung noch einmal diskutiert. CDU, SPD und FDP wiesen jedoch die Forderung der Linken nach einem festgeschriebenen Gebührenverbot in der Verfassung zurück. Der CDU-Abgeordnete Mario Voigt sagte, den Hochschulen müsse die Option, kostenpflichtige Angebote vor allem in der Weiterbildung zu entwickeln, auch weiterhin gegeben sein. Zudem verteidigte er die Studiengebühren für Langzeitstudierende. Wer sein Studium trotz einer Toleranzzeit von sechs Semestern nicht abschließe, müsse sich fragen, wie ernsthaft er es betreibe.
Seniorenstudierende müssen weiterhin zahlen
Die Gebühren für Seniorenstudierende bleiben auch weiterhin bestehen. Die Opposition hatte gefordert, auf die Beiträge von Senioren zu verzichten. Die Grünen-Abgeordnete Astrid Rothe-Beinlich sagte, das entspreche einer Altersdiskriminierung. Der CDU-Abgeordnete Mario Voigt verteidigte die Gebühr jedoch. Lebenslanges Studieren auf Kosten der Gemeinschaft ist seiner Ansicht nach nicht akzeptabel.
Quelle: http://www.mdr.de/thueringen/7047009.html
Anmerkung: Für diesen Blog wurde der Originaltext von mir gegendert.
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